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TAG 7, Freitag, 3. Juli

Im Zelt am Fluss im sibirischen Altai, 400 Kilometer vor der Grenze zur Mongolei, Position: N 51?37.570 E 085?43.879

Es ist spät und ich bin hundemüde, darum nur kurz: Das, was ich bislang von Sibirien sehen konnte, ist voller Gegensätze. Trostlos und öde auf der einen, quirlig und modern auf der anderen Seite. Dazu tolle Landschaften. Novosibirsk macht den Eindruck des normalen russischen Molochs, darum nur schnell durch und wieder raus. 200 Kilometer südlich bekam ich einen flüchtigen Blick auf die Stadt Barnaul. Futuristische Skyline, breite Straßen und ein, sagen wir, kalifornisches Flair. Wie gesagt: Wir sind in Sibirien. Auf dem Weg Richtung mongolische Grenze erheben sich die Hügelketten des Altai Ausläufers. So sieht es auch im Allgäu aus. Die Gegend ist touristisch erschlossen, die kurvigen Straßen sind ein Traum. Am Abend treffe ich auf Olivier und sein Freundin Sylvie aus Straßburg, die bekanntermaßen die gleiche Strecke, nur in umgekehrte Richtung fahren. Sieben Tage haben sie von Ulan Bator bis hierher gebraucht. Sie erzählen von tückischen Tiefsandpassagen, Sandstürmen, mörderischen Wellblechpisten und dem einen oder anderen Ausrutscher. Genau das ist mein Horror. Nicht, sich einmal lang zu legen ? das passiert, aber danach die schwere BMW wieder in die Senkrechte zu bekommen, das ist das Problem. Für mich alleine ist das unmöglich. Mir ist schon etwas mulmig. Da die beiden nie vor neun, zehn Uhr gestartet und stets nur bis um 6 Uhr abends gefahren sind, müsste ich die Strecke in sechs Tagen schaffen. Wobei zu erwähnen ist, dass Sylvie erst seit drei Monaten den Führerschein hat. Und dann gleich so eine Tour stemmen! Wir zelten am Fluss.