TAG 20, Donnerstag, 16. Juli
In der Wohnung von Marina und Oleg Welz, Omsk, Sibirien, Position: N 54?53.155 E 073?18.078
Dass ich nicht an Zufälle glaube, hatte ich bereits erwähnt. Ich bin der festen Überzeugung, dass man sein Schicksal, ob bewusst oder unbewusst, durch sein Tun in eine bestimmte Richtung lenkt. An der Umgehungsstraße von Omsk kann ich am Nachmittag das blaue Grauen schon wieder kommen sehen: Dunkelste Wolkenberge, die sich zusammenrotten und zwar genau in meine Fahrtrichtung. Ich mache kehrt und fahre ein Stück zur nächsten Tankstelle zurück. Vor dem dazugehörenden Einkaufsladen parke ich. Ein Mann spricht mich auf Deutsch an. Er habe auch in Berlin gewohnt, und zwar in Rudow. In Rudow bin ich wiederum groß geworden. Auch sei seine Schwiegermutter gerade zu Besuch. Sie habe an der Walter-Gropius-Schule gearbeitet. An dieser Schule habe ich mein Abitur gemacht. Nun sitze ich ? es ist nach Mitternacht ? in der gerade neu bezogenen Wohnung von Marina und Oleg Welz in Omsk. Sie sind Russlanddeutsche und vor einem Jahr wieder mit ihren beiden Söhnen von Berlin nach Russland zurückgekehrt. Ihre Geschichte bewegt. Aber es ist zu spät, sie zu erzählen. Nur soviel: Allein für die Begegnung mit Familie Welz hätte sich diese Reise schon gelohnt. Dazu später mehr. Morgen geht es nach Jekatarinenburg. Schlechtes Wetter hin oder her.




































