TAG 10, Montag, 6. Juli, 16.30 Uhr
In einer Jurte, immer noch in der Stadt Hovd, Mongolei, 50 Kilometer gefahren und wieder umgekehrt
Der Vormittag ließ sich gut an. Trotz der miserablen Piste machte ich Tempo, kam gut voran. Nach einer guten Stunde waren bereits 50 Kilometer auf dem Weg zur Stadt Altai bewältigt, als sich die linke Griffhalterung durch die heftigen Erschütterungen losrüttelte. Ich hielt an, um sie wieder festzuziehen. Ein stetes Tropfen und das verölte hintere Federbein ließen nicht Gutes ahnen. Das Federbein ist undicht, die BMW federt wie ein Gummiball. Die letzten zwei Tage waren dann doch eine zu große Belastung für das Material. An ein Weiterfahren über diese Stein-, Sand- und Schotterpiste ist nicht mehr zu denken. Was jetzt? Zunächst müssen wir wieder zurück in die Stadt. So schaukeln wir mit erhöhter Schrittgeschwindigkeit zurück. Nach zwei Stunden ?Fahrt? ist klar, was zu tun ist. Wir benötigen einen Transport bis zur nächsten Asphaltstraße. Die kann man mit dem kaputten Federbein und mäßigem Tempo bewältigen. Das ist ein etwa 1000 Kilometer langer Weg. Unweit des Marktes in Hovd stehen die Transporter-Fahrer und warten auf Kundschaft. Gleich bin ich von Dutzenden umringt. Der offenbar Pfiffigste von ihnen drückt mir sein Handy ans Ohr, und ich kläre die Bedingungen am Handy - mit seiner Englisch sprechenden Schwester in Ulan Bator. Er will 450 Dollar für die Fahrt. Das ist kein Schnäppchen, aber habe ich eine Wahl? Wir fahren zur Jurte meines Fahrers. So lerne ich das typische mongolische Familienleben kennen. Es scheint nicht anders, als überall beschrieben. Ein Raum, alles drin. Betten, Kühlschrank, Ofen. Die Frau schneidet gefrorenes Hammelfleisch, kocht es mit Nudeln in einer Suppe. Um 20 Uhr soll es losgehen. Der familieneigene Transporter koreanischer Bauart sieht nicht nur sehr heruntergekommen aus, er hat auch massive Startprobleme. Drum hat sich mein Gastgeber kurzerhand ein japanisches Modell ausgeliehen. Wir werden bestimmt eine Nacht und einen Tag unterwegs sein. Nebenbei habe ich noch bei BMW Riller & Schnauck ein neues Federbein bestellt. Es soll am Donnertag per Luftfracht in Ulan Bator ankommen.







































