TAG 1, Sonnabend 27. Juni
Ca. 60 KM östlich vom Lemberg/Ukraine (noch ca. 400 KM bis Kiew), Position: N49?55.901 E 024?50.046?
Was für ein Start: Morgens um 4 Uhr war der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor gut gefüllt. Mehr als 60 Freunde von ?Kilometer für KINDerLEBEN?, waren tatsächlich zur Abfahrt gekommen. Darunter Familie, Kollegen und sogar Freunde, die extra aus dem Rheinland für eine Nacht nach Berlin fuhren, die Biker der Wriezener Motorradfreunde, viele, die das Projekt seit Monaten eng begleiten und natürlich auch Ellen von Hartz-Geitel, die Vorsitzende des Vereins KINDerLEBEN. Nach eine Frühstück (danke an den ?optimahlen? Marc!) ging es um 4:11 Uhr im Konvoi Richtung Autobahn. Die Wriezener verabschiedeten sich alsbald Richtung ? logisch: Wriezen - , während mich noch meine Freunde Tina/Jens auf einem japanischen Oldtimer sowie Angela und Detlef auf ihren BMWs Richtung Polen begleiten. Schnell war klar, dass man ein so voll bepacktes Motorrad vor Beginn besser ausgiebig und auch bei hohem Tempo Probe fahren sollte. Die BMW schlingerte ab 150 km/h, und beinahe hätte es mich ?zerlegt?. Schuld war das ?Gelumpe? (Jens-Talk), dass als clever gedachter Stauraum (zwei Rücksäcke etc) gedacht war. Also wurde umgepackt und so u.a. ein Reservekanister gleich in heimischen Gefilden gelassen. Bis ins polnische Breslau rollten wir die ersten 336 KM trocken dahin, dann begann es wie aus Eimern zu schütten. Die Freunde verabschiedeten sich um 9 Uhr , und so ging es endgültig allein und im Dauerregen über Katowice und Krakau ? und dann wieder bei Sonne und knapp 30 Grad bis an die ukrainische Grenze. Die Fahrt über die polnischen Landstrassen zog sich, gegen 16.40 Uhr und 840 KM erreichte ich die Grenzstation bei Przemysi. Nach einer knappen Stunde war die Einreise geschafft ? ohne jegliche Schikanen, Schmiergelder etc. Es dauert halt nur seine Zeit. Drei Stunden hinter Plan ziehen die ersten Pferdefuhrwerke vorbei, der Straßenbelag hat mitnichten EU-Norm und der einheimische Fahrstil gilt gemeinhin als offensiv. Willkommen im wirklichen ?Osten?. Zumindest 1000 KM sollen heute geschafft werden ? was Punkt 20 Uhr und ca. 40KM hinter Lemberg auch gelingt. Bei der Suche nach einem Schlafplatz abseits der Strasse rutscht die BMW auf dem Lehmboden weg. Ohne auf der Strasse akquirierte fremde Hilfe ist an ein ?Aufheben? nicht denken (wie soll das in der Mongolei werden?!). Der freundliche Ukrainer, den ich zur Hilfe nötigte, hatte einen etwas ungläubigen Gesichtsausdruck. Das erste Mal ?Zeltaufbauen? im Halbdunkel ist ein Desaster und dauert ewig, ebenso das Einschlafen trotz ziemlich Erschöpfung. Auch relaxtes Wildcampen will gelernt sein?.. Fazit: Die ersten 1000 Kilometer in 16 Stunden, davon etwa 14 Stunden effektive Fahrtzeit. Ein schlechter Durchschnitt, aber mehr war nicht drin. Von den gefürchteten Verkehrskontrollen bislang keine Spur. Am Sonntag geht es gen Kiew und dann stramm Richtung Russland. Ob wir es bis an die russische Grenze schaffen? (aufgeschrieben am Sonntag, 28. Juni 4:00 Uhr MEZ)







































